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Telefonat mit Oma...

Veröffentlicht am von Laila888

ich wollte noch etwas berichten. Ich hatte gestern mit meiner Oma telefoniert. Die Mutter meines Vaters. Wir hatten uns so lange nichts mehr zu sagen uns so lange nicht mehr gesprochen. Aber ich erzähle erst einmal die ganze Geschichte, damit auch jeder versteht, was los war.

Nach der Scheidung meiner Eltern durfte meine Oma mich erst einmal nicht mehr sehen. Ich glaube, als ich so sechs war durfte ich das erste Mal wieder zu ihr. Ich kann mich auch nur noch vage an alles erinnern. Dementsprechend war ich dann jedes Jahr in irgendwelchen Ferien mal bei ihr für ein bis zwei Wochen. Meine Oma liebt ihre Enkel über alles, ist aber auch eine gute Tratschtante. Des öfteren hat sie ja versucht, als ich in der Pubertät war mit mir über meine Mama zu reden und fing immer wieder mit irgendwelchen Geschichten von früher an, wo sie meine Mama in den Schatten stellte, weil sie mich ja auch nicht sehen durfte und alles mögliche. Das wollte ich aber nie hören und habe oft das Thema gewechselt. Sie ist halt eine alte Frau, die gerne ihre Sichtweisen erklärt. Ist ja nicht so schlimm. Irgendwann war ich dann mit C. (mein Ex, von dem habe ich ja schon berichtet) zusammen und bin mit ihm noch einmal bei meiner Oma gewesen. Das war im Sommer 2002. Danach hielt der Kontakt noch bis Ostern 2004, danach hatte ich nie wieder etwas von ihr gehört. Mich hat das oft belastet, da ich ja meine andere Oma schon nicht mehr hatte und nur noch Oma und Opa da waren, um die man sich kümmern konnte. Ich bin ein Mensch, der sich so etwas oft zu Herzen nimmt, brauche viel Geborgenheit und keinen Streit. Es kam eigentlich dazu, dass sie mich immer anrufen wollte, letztendlich ich aber immer diejenige war, die jede Woche angerufen hatte. Irgendwann wollte halt auch ich nicht mehr. Zu meinem Geburtstag hat sie sich dann auch nicht mehr gemeldet, das war das erste Mal und da war bei mir der Punkt, wo ich gesagt habe, dann musst du jetzt halt warten. Wenn du ihr wichtig bist, wird sie sich schon melden. Da ich zu dem Zeitpunkt noch Kontakt zu meinem Erzeugerhatte, wegen des Unterhaltes, den er mir gezahlt hatte, wusste ich ab und an von Telefonaten, dass sie noch da ist. Das hat mich zumindest ein wenig beruhigt.
Auf jeden Fall kam letztes Jahr der Punkt, dass mein Schatz und ich ja beschlossen hatten, dass wir heiraten wollen und sie ist meine Oma und ich wollte ihr das wenigstens mitteilen, damit ich mich hinterher nicht schlecht fühlen muss. Es gehört sich einfach so. Also schob ich das Monate vor mir her, bis es dann schon September war und ich wusste, du musst dich langsam beeilen, ich wollte es noch in 2008 schaffen. Also nahm ich all meinen Mut zusammen, recherschierte im Internet, ob sie überhaupt noch lebte, da habe ich auch schon den ersten Schock bekommen, da sie nicht mehr unter ihrer Adresse drin stand. Schnell geschalten suchte ich in dem Ort, wo meine Cousine und meine Tante wohnt (ist eine halbe Stunde von ihr entfernt) und da habe ich sie auch sofort gefunden. Gott sei Dank. Habe noch die Adresse überprüft, ob es ein Altenheim oder so ist, aber das war es Gott sei Dank auch nicht. Da wusste ich, dass sie noch lebt, da ich ab und an schon gesucht hatte, ob sie noch in ihrer Wohnung wohnt und ein paar Monate vorher war das noch der Fall. Außerdem hätte ich meinen Erzeuger in den A.... getreten, wenn er mir nicht Bescheid gegeben hätte, falls sie nicht mehr leben würde. Auf jeden Fall habe ich ihr dann einen Brief geschrieben, ihr erzählt, was ich so mache, wie es mir geht und wenn sie Kontakt zu mir aufnehmen möchte, dass sie mich anrufen kann. Die Telefonnummern habe ich natürlich mit hineingeschrieben. Daraufhin rief sie auch sofort an und war überglücklich von mir zu hören. Auch das ich heirate usw. Sie hat von sich erzählt, dass sie einen Schlaganfall hatte und ein Vierteljahr im Krankenhaus lag und dann Mitte 2008 in den anderen Ort gezogen ist. Es ging ihr also relativ gut... Ich war sehr erleichtert. Sie wünscht sich, dass ich sie noch einmal besuchen komme. Wir haben uns ja ewig lange nicht mehr gesehen. Mein Schatz würde auch mitkommen. Obwohl er so etwas gar nicht mag, aber mir zu liebe hat er gleich gesagt, er kommt auf jeden Fall mit. Also muss ich mir mal ein Wochenende oder so frei schaufeln, um dort hin zu fahren. Ist mir persönlich ja auch sehr wichtig. Sie ist meine Oma.

So haben wir nun gestern Abend telefoniert, ich habe sie angerufen, wollte wissen, wie es ihr so geht. Sie hat wieder freudig erzählt und möchte mich gerne einmal besuchen kommen. Da hätte ich auch nichts gegen, aber ich würde erst einmal zu ihr fahren wollen, sie ist seit dem Schlaganfall nicht mehr sehr fit und muss nun mit so einem Gestell vor den Füßen herum laufen. Diese Gehilfen für ältere Leute. Macht mich schon etwas traurig das zu hören, da ich sie noch kannte, wie sie wir eine irre durch die Stadt gerannt ist. Aber nun gut, man wird eben älter. Sie hat mir auch erzählt, dass sie gerne wieder zurück ziehen möchte in die Stadt, da das Dorf so öde und trostlos ist, da fühlt sie sich nicht wohl. Meinem Erzeuger geht es wohl auch sehr schlecht, hat immer noch seine argen Herzprobleme und jetzt auch noch akute Atemnot, wo urplötzlich die Atmung für ein paar Sekunden aussetzt. Er muss jetzt immer eine Atemmaske tragen und das jede Nacht, damit das nachts nicht passieren kann und evtl. auch kontrolliert wird. Mal schauen, wie es weiter verläuft. Ich lasse mir das einfach alles von Oma berichten. Interessieren tut es mich ja schon, aber ich bin einfach nicht bereit ihn anzurufen und selber nach zu fragen. Dafür bin ich ihm zu unwichtig. Bin schließlich sein Kind und er meldet sich überhaupt nicht. Hab auch lange genug überlegt, ihm von der Hochzeit zu berichten oder nicht. Habe mich jetzt dagegen entschieden. Es soll der schönste Tag für mich werden und er gehört nicht zu meinem Leben dazu. Somit ist es mir auch nicht mehr wichtig. Ich hoffe, das klingt nicht herzlos oder so, aber ich habe mit ihm einfach keine Beziehung und die würde ich auch nie haben, selbst wenn ich auf ihn zugehen würde. Der Zug ist abgefahren.

So, das wollte ich noch einmal schnell los werden. Es geht mir gut dabei zu wissen, dass es Menschen gibt, die an mich glauben, denen ich wichtig bin und die gerne von mir hören. Meine Oma gehört wieder zu meinem Leben dazu und das freut mich sehr. Wieder ein wenig Glück, dass ich im Leben habe. Menschen, die einen lieben.
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M
Hallo Laila<br /> <br /> also ich habe auch nur den Leuten von der Hochzeit erzählt, die es meiner Meinung nach auch "verdient" haben davon zu erfahren. Nicht dass er nachher noch uneingeladen vor der Tür steht nur um die Hochzeit zu stören oder was weiß ich. Man weiß man nie was in so Menschen vorgeht......<br /> <br /> Herzlos ist das auf keinen Fall. Und versuche das Verhältnis zu deiner Oma auf alle Fälle aufrecht zu erhalten. Ich habe weder Oma noch Opa mehr und die fehlen mir doch wirklich arg (obwohl ich meine beiden Opas nie kennengelernt habe weil sie sehr früh gestorben sind).<br /> <br /> Grüße<br /> Michaela
Antworten
L
<br /> ja, so sehe ich das auch. Wenn ich jemanden nicht dabei haben möchte, hat das schon seine Gründe. Und er gehört nun einmal nicht dazu. Ich denke auch nicht, dass er erscheinen würde, hätte ich ihn<br /> eingeladen. Sonst hätte er sich ja auch mal zum Geburtstag gemeldet. Das Kapitel ist für mich durch...<br /> Über den Verlust meiner Lieblingsoma habe ich ja schon einmal geschrieben. Ich hasse so etwas und ich freue mich mit jedem Tag, an denen es meinen Großeltern gut geht...<br /> <br /> <br />
G
Nein, das mit deinem Erzeuger klingt gar nicht herzlos. Kann dich da voll und ganz verstehen, weil auch mir es so geht.
Antworten
L
<br /> es ist nicht einfach, normalerweise bin ich nicht so, aber wenn man zu jemandem keine Beziehung hat und die Person einem völlig fremd ist, was soll man da noch fühlen?<br /> <br /> <br />