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Der Beginn des Sportverbotes...

Veröffentlicht am von Laila888

erst einmal muss ich kurz los werden, dass es auch bei uns wie Hölle geschneit hat bis eben grade. Schon als ich heute Morgen aufgestanden bin und aus dem Fenster sah, war alles weiß draußen. Normalerweise muss ich ja Schnee schüppen, aber auf dem Gehweg lag noch nicht ganz so viel, dass es nötig gewesen wäre. Als ich das Haus dann verließ, um zu meiner Bahn zu gelangen, da hätte ich schon schüppen können, doch dann hätte ich den Zug verpasst. Das wäre ja auch nicht so doll gewesen. Jetzt hoffe ich einfach, dass, wenn ich nachher nach Hause komme, vielleicht nicht mehr so viel liegt, denn es sieht schon wieder nach Tauwetter aus. Obwohl ich sagen muss, dass es draußen immernoch dunkel ist, obwohl wir es schon fast Vormittag haben und nicht mehr morgens. Da muss ich wohl abwarten und hoffen, dass ich nachher vom schüppen verschont bleibe.

Gestern habe ich meinen Schatz gefragt, ob wir zusammen los wollen, um mir ein Sportgerät für zu Hause zu kaufen. Er willigte sofort ein, denn ich wollte schon vor dem Umzug ein Sportgerät in der neuen Wohnung haben, da die Wohnung dann ja größer ist und wir mehr Platz haben. Daraufhin sagte er letzte Woche zu mir, wenn es dir wirklich so wichtig ist, dann sag einfach Bescheid, wenn du gucken willst und wir gehen zusammen uns das Richtige ansehen. Ja und gestern hatte ich dann spontan das Verlangen danach, dass gewünschte Gerät anzuschauen. Leider war das Richtige für mich nicht mehr im Sortiment, so dass wir zu Hause im Internet geschaut haben. Da haben wir auch gleich das passende gefunden mit doppelt guter Qualität für den gleichen Preis, so dass wir es sofort bestellt haben und in den nächsten Tagen geliefert wird. Ich bin richtig glücklich. Aber wie wir dazu gekommen sind oder besser gesagt ich, dass will ich erzählen.

Als ich circa 6 oder 7 Jahre alt war spielte ich mit nem Freund auf unserer Straße mit so einem großen Fitnessball (also diese, wo man sich drauf setzen kann, einige Leute haben solche auch im Büro zum sitzen) Fussball. Das ging auch ne zeitlang ganz gut. Der Ball kam auf mich zu, ich holte mit Schwung mein Bein aus und trat gegen den Ball und da passierte es. Mein Knie drehte sich, ich sank zu Boden und lag schreiend auf der Straße. Zum Glück wohnten wir direkt neben der Wache der Johanniter Unfallhilfe, so dass natürlich gleich 2 der netten Männer angerannt kamen, mich versorgten und ins Krankenhaus fuhren. Meine Mama kam natürlich mit, mein Freund hatte ihr gleich Bescheid gegeben. Da stellte sich dann heraus, dass ich mir mein Knie verdreht habe, sprich meine Kniescheibe ist raus und wieder rein gesprungen. Ich musste dann erstmal 6 Wochen auf Krücken laufen und natürlich zur Krankengymnastik gehen.
Ab diesem Zeitpunkt fing eigentlich genau das Drama an. Es passierte mir seit dem ständig, dass wenn ich lief bzw. rannte immer öfter am Boden lag und nicht wieder aufstehen konnte. An die schlimmsten Mal kann ich mich erinnern, dass ich einmal bei meiner Oma in den Ferien zu Besuch war. Meine Cousine hatte so ein Planschbecken, das etwas höher war. Ich nahm Anlauf und sprang über das Ding hinein ins Wasser. Das klappte alles wunderbar, bis meine Oma raus kam und ich ihr dies stolz zeigen wollte. Nur dass ich bei diesem Male nicht mehr aufstand und freudestrahlend dreinschaute. So, daraufhin ging es dann natürlich wieder ab zum Arzt, ich konnte natürlich wieder nicht auftreten, lass mich da schon 12 oder 13 gewesen sein. Nach ein paar Tagen musste ich wieder hin, zur Kontrolle, ob es sich bessert oder nicht. Natürlich hat sich nichts gebessert. Wasser staute sich in dem Knie, es war dick und geschwollen wie immer. Nur an diesem Tage ging ich weinend aus der Praxis heraus. Mein Knie war so dick mit Wasser gefüllt, dass die Ärzte mir Wasser mit einer Spritze heraus saugen mussten. Da ich das noch nie gemacht hatte war natürlich meine erste Reaktion, dass ich anfing zu weinen, weil ich mir das schmerzhaft vorstellte. Ich kannte dieses Gefühl ja nicht. Da kommt die Krankenschwester zu mir und sagt doch tatsächlich zu mir  "so, stell dich jetzt mal nicht so an, es wird schon nicht so weh tun"... Ganz tolle Frau habe ich mir gedacht, dass hat es ja wunderbar erleichtert, diese Worte von ihr zu hören. Wenn sie kein Bock auf den Job hat, soll sie sich doch nen anderen suchen. Diese Worte habe ich bis heute nicht vergessen. Meine Oma sagte auch nur, na die hat doch nicht mehr alle Latten im Zaun. So etwas kann doch echt nicht sein. Naja, Fazit war, dass es sehr wohl schmerzlich war, aber dass kann ja jemand beurteilen, der dies noch nicht erlebt hatte. Daraufhin folgten erstmal wieder wie immer eigentlich 6 Wochen Krücken und Krankengymnastik.
Es ging sogar soweit, dass ich in der Schule auf dem Stuhl saß, meine Beine mit den Stuhlbeinen spielten, dass ich mir da auch wieder das Knie verdreht habe. Das ist kein Witz. So ging das immer. Ich musste nicht mal mehr nur rennen, nein, sogar im sitzen konnte mir der Müll passieren.
Ein weiteres Mal, daran kann ich mich auch sehr gut erinnern. Ich konnte natürlich dennoch ohne Sport nicht leben, so dass ich dann irgendwann anfing Handball zu spielen. Naja, wir hatten unser letztes Spiel der Hinrunde, ein leichter Gegner, ich durfte länger spielen, hatte eben mein allererstes Tor in einem Spiel erziehlt, bekomme von einer Teamkollegin den Ball zugeworfen, täusche bei der Gegnerin nen Wurf an und passe den Ball zurück, als ich auch schon auf dem Boden lag. Da es ja mittlerweile Routine war, heulte ich auch nicht mehr, da man die Schmerzen irgendwann zu gut kennt  und war nur noch enttäuscht, dass es gerade jetzt, wo ich mal wieder nicht darüber nachgedacht habe, wo alles gut lief unbedingt passieren musste. Nach dem Spiel kam dann eine andere Mitspielerin zu mir, die auf der Tribüne sitzen musste, weil sie rot bekommen hatte und sagte, dass sah definitiv nicht gut aus. Mein Bein ist stehengeblieben, als ich den Pass machte und das Knie hat sich gedreht und es hat so einen lauten Knack gegeben, dass es oben auf der Tribüne gehört wurde. Ja, ganz toll. Sie war dann nicht die Einzige, die das gehört hatte. Naja, es folgte das selbe wie immer. Bis dato war ich erstaunt, dass ich nie irgendwelche Schäden am Miniskus oder an den Bändern hatte, ausser das diese überdehnt waren, sonst war da echt nichts.
Naja, das ging dann alles seine circa 15 Jahre lang jährlich so weiter bis zum März 2005. Ich steckte mitten in der Abschlussprüfung zu meiner Ausbildung und hatte natürlich abends Training. Ich habe es mir all die Jahre nicht nehmen lassen, trotz der ständigen Verdrehungen, mit dem Sport aufzuhören. Ich habe gekämpft und weiter gemacht. Ja, bis zu diesem Tage. Wir hatten abends wie gesagt Training, eigentlich war das Training schon vorbei, wir waren nur gerade so im Lauf drinne, dass wir es etwas überzogen. Mittlerweile trug ich durch den ganzen Spaß all die Jahre auch Bandagen, ohne die ich nicht mehr spielen durfte, damit die Kniescheibe drinnen bleibt. Da ich das Problem mit beiden Knien habe, natürlich auch an beiden. Wohl gemerkt kostete eine 140 Euro... Zahlte ja zum Glück noch die Kasse. So wir machten gerade Torabwurf mit Konter. Ich war an der Reihe, lief los, kam schon bei der Mittellinie an, da machte es wams und ich schleuderte gerade wegs über den Boden und kam am 9er zum liegen. (9er ist der Raum außerhalb vom Kreis, von dem man immer die Freiwürfe macht) Ich habe es dieses Mal richtig gemerkt, als wäre es in Zeitlupe abgelaufen, wie mir diese blöde Kniescheibe heraus- und wieder rein gesprungen ist. Super, ich durfte also erstmal wieder ins Krankenhaus, dort wurde ich geröntgt, später dann zur Kernspinthomografie und da kam dann diese blöde Diagnose, von wegen dass muss operiert werden, da die Kniescheibe nicht mehr richtig einrastet und somit auch mit der Bandage immer und immer wieder raus springen wird.  Ja und mit dem Sport, dass würde ich dann wohl auch lassen müssen, denn dafür ist mein Knie nicht mehr geeignet. Ich war am Boden zerstört. Ich habe diese Kniee verflucht. Wollte keine mehr haben. Mein Leben lang habe ich im Sport gekämpft, habe mich abgerackert, war glücklich, wenn ich mal diese blöden Knie vergessen habe und dann geht es doch nicht mehr. Ja, folglich konnte ich nicht sofort operiert werden, da ich ja in der Abschlussprüfung hing und nach dem ich dann mit der Ausbildung fertig war, lies ich die OP durchführen. Es war schrecklich. Diese Schmerzen, die ich wochenlang hatte. 3 Monate musste ich mit dieser Schine herum laufen und durfte das Bein nicht voll belasten. Es war grauenvoll. Wirklich verheilt ist es nie. Ich merke schon noch manchmal, wenn ich etwas schneller laufe, dass ich jetzt vorsichtig sein muss, es könnte wieder passieren. Bei der OP wurde auch noch fest gestellt, dass ich einen Geburtsfehler im Kniegelenk hatte, der noch geglättet werden musste, so dass ich mich nicht fragen brauchte, woher das alles kam. Ja und Sport darf ich außer Radfahren und Schwimmen nicht machen. Und genau die beiden Dinge und joggen hasse ich wie die Pest und dazu kann ich mich nicht aufraffen. Folglich habe ich seit meinem letzten Unfall kein Sport mehr gemacht und damit geht es mir richtig mies, da ich immer eine Sportskanone war. Daher jetzt das für mich wichtige Sportgerät, damit ich zumindest ein klein wenig glücklich sein kann. Einzig positiv an dieser Sache ist, dass seit 3, ja fast 4 Jahren schon meine Kniescheibe nicht mehr draußen war. Aber wie auch, ich war ja nur noch vorsichtig. Ich habe Angst, dass es wieder passiert, aber davon lasse ich mich jetzt erst einmal nicht unterkriegen. Bin froh, dass ich ab nächster Woche wohl mit der Fitness wieder anfangen kann. Allein das macht mich schon glücklich...


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